Networker werden im Stich gelassen

Networker im Stich

Nach der Registrierung bei einem Network-Unternehmen werden die neuen Vertriebspartner oft im Stich gelassen. Besonders MLM-Einsteigern bzw. frisch gebackenen Selbstständigen fällt es schwer den neuen Arbeitsalltag effektiv zu gestalten. Das liegt nicht unbedingt an fehlendem Organisationstalent oder fehlender Selbstdisziplin, sondern an falsch gesteckten Zielen. Was der Grund für den Start im Network-Marketing war, meist der Traum von einem größeren Einkommen, verbleibt nach der Registrierung als Vertriebspartner im Fokus der unerfahrenen Networker. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, wenn man sich der vielen und teilweise mühsamen Schritte zu dem weit entfernten Ziel bewusst ist und sie angeht. In den meisten Fällen ist dem nicht so und die neuen Vertriebspartner scheitern, weil sie sich zu Beginn mit den falschen Aufgaben befassen. Ein Umstand den man dem Sponsor und/oder dem Network-Unternehmen zur Last legen kann.

 

Warum werden neue Networker im Stich gelassen?

Networker bekommen nach der Registrierung als neuer Vertriebspartner nicht immer die beste Hilfestellung um mit ihrem Unternehmen ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Von den Network-Unternehmen werden in der Regel Starthilfen geliefert, die sich auf sehr allgemein formulierte Ziele beschränken. Dabei wirkt das firmenseitige Coaching etwas unpersönlich, weil es sich logischerweise an der Karriereleiter des Marketingplans (Provisionsplans) orientiert. So kommt es, dass die MLM-Firmen den neuen Partnern vorgeben welches ihre nächsten Ziele sind, aber nicht erläutern wie sie diese erreichen. Der Weg ist das Ziel, nur wie sieht der Weg aus?

Hinzu kommt das keine persönliche Zielvereinbarungen mit dem Network-Unternehmen geschlossen werden. Das geht schlicht nicht, weil es bei MLM-Firmen viel zu viele unabhängige Vertriebspartner mit sehr individuellen Berufs- bzw. Lebenszielen gibt.

 

Zuviel unterschiedliche Ziele! Ist das wirklich so?

Die persönliche Zielsetzung bzw. der Beweggrund in die Network-Marketing-Branche einzusteigen unterscheidet sich von Person zu Person. Es finden sich einfache Gründe darunter wie z.B.

  • das Verlangen nach mehr Freizeit
  • der Wunsch nach Reisen und örtlicher Unabhängigkeit
  • der Anspruch von Luxus
  • das Bedürfnis nach finanzieller Absicherung
  • die Notsituation angesammelte Schulden abzubezahlen
  • die Vorstellung eine Altersvorsorge zu schaffen
  • das Ziel einen persönlichen Traum zu verwirklichen
  • die Absicherung der Familie
  • die Gewährleistung eine gute Ausbildung für die Kinder zu ermöglichen

Mit allen Zielsetzungen ist immer ein grundsätzliches Ziel verbunden: Viel Geld verdienen!

Wer sich von Anbeginn dem einen Ziel, nämlich viel Geld zu verdienen, verschreibt, wird es wahrscheinlich nie erreichen. Es fehlt an individuellen und persönlich zugeschnittenen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die nicht nur die Zielsetzung berücksichtigen, sondern auch persönliche Stärken und Schwächen einbeziehen. Sie beeinflussen die Arbeitsweise enorm und erweisen sich als praktisch oder weniger praktisch. Ob es sich um Eigenschaften und Fertigkeiten handelt, die dem Aufbau eines Network-Marketing-Geschäfts dienlich sind, zeigt sich früh. Davor noch lernen der Sponsor und der neue Vertriebspartner wie unterschiedlich die Herangehensweise in dieser Branche sein kann.

Einfache Gesetzmäßigkeiten der Duplikation sind nur bedingt anwendbar, weil nicht nur die Zielsetzung der Networker unterschiedlich ist, sondern weil die Menschen von Natur aus unterschiedlich sind. Sie haben unterschiedliche Fertigkeiten, Ausbildungen, Ängste und Vorstellungen. Es wird also nur in wenigen Fällen von Erfolg gekrönt sein, die Arbeitsschritte des Sponsors zu 100% kopieren. Die Kopie von einem Original war schon immer nur halb so gut.

Es sind also nicht nur sehr unterschiedliche Ziele, welche die Networker verfolgen, sondern auch ihre Arbeitsweisen sind sehr verschieden. Somit entsteht ein bunter Haufen Networker, den man in einem sehr logisch strukturierten Marketingplan organisieren will. Deswegen denken Herzblut-Networker

Warum macht nicht einfach jeder was ich sage, dann verdienen alle gutes Geld!

und Menschen die Network-Marketing kritisch bis abneigend gegenüberstehen denken währenddessen

Wenn es so einfach wäre, dann würde es ja jeder machen!

 

 

Wer ist Schuld am Versagen der Networker?

Networker

Auf diese Frage gibt es keine generell gültige Antwort. Wenn eine Firma alles richtig gemacht hat und die besten Grundvoraussetzungen für den Erfolg im Network-Marketing geschaffen hat, dann beschreibt sie in ihrem Marketingplan welche Karriereschritte im Unternehmen aufeinander aufbauen. Das entspricht einem groben Wegweiser. Unterstützt wird dies gern von allgemein gültigen Tipps und Tricks für den Vertrieb. Sie beantwortet sehr oberflächlich Fragen wie

  • Was sind meine ersten Schritte im Unternehmen?
  • Wo finde ich potentielle Kunden?
  • Wie spreche ich potentielle Kunden an?
  • Wir erkläre ich die Vorteile meiner Geschäftsmöglichkeit?
  • Wie unterstütze ich neue Partner bei ihren ersten Schritten im Unternehmen?
  • und viele mehr

Eine eindeutige Erfolgsmessung dieser unzähligen MLM-Tipps, die millionen- und milliardenfach in Email-Postfächern liegen, gibt es nicht.

Die Firma kann also im Grunde nur den Marketingplan erklären und mit einer zeitgemäßen Online-Anwendung den Vertrieb unterstützen. Zudem gibt es hier und da mal eine paar Tipps, die aber kein Network-Inferno auslösen, geschweige denn messbar sind.

 

Ist der Sponsor verantwortlich?

Über die Arbeitsweisen von Sponsoren im Network-Marketing könnte man allein ein ganzes Buch schreiben und mancher Networker wollte dieses Buch bestimmt nicht lesen. Wenn es darum geht neue Partner für das Geschäft zu finden, gehen Network heute in allen erdenklichen Bereich mit allen Mitteln auf die Jagd. Auf die Jagd nach neuen Kunden und neuen Vertriebspartnern.

Wenn es darum geht persönliche Ziele seiner neuer Vertriebspartner auszuloten, dann ist der Sponsor mit Sicherheit am nächsten an dem Network-Marketing-Nachwuchs dran. Der Sponsor macht einen wirklich guten Job, wenn er seinen potentiellen Mitarbeit vor der Registrierung als Vertriebspartner bzgl. seiner aktuellen Situation und seiner Motivation befragt.

Finden solche Gespräche statt?

Letztes Jahr haben wir 100 Networker gefragt, welches die größten Probleme im Network-Marketing sind. Die Antworten zeigen deutlich auf, dass solche Gespräche nahezu gar nicht stattfinden. Im Focus der meisten Sponsoren steht das Einschreiben neuer Partner, der Wachstum der eigenen Downline und die Provision. Eine direkte und persönliche Unterstützung zu den Partnern ist entweder fruchtlos, oder findet nicht im erforderlichen Maße statt. In persönlichen Gesprächen mit einigen Networkern konnten wir diesen Verdacht bestätigen und haben von verschiedenen Gründen für die mangelnde Sponsor-Unterstützung erfahren:

  • keine persönliche Treffen mit dem Sponsor wegen räumlicher Entfernung möglich
  • Sponsor hat keine Zeit, keine Geduld
  • Sponsoren nicht erreichbar, lange Antwortzeiten auf Fragen
  • Sponsor hat selbst keine Erfahrung im Network-Marketing
  • Sponsor spricht andere Sprache (online über Partnerlink registriert)
  • Sponsor verlangt Anwesenheit bei Meetings, Online-Konferenzen zu unmöglichen Zeiten
  • Sponsor verlangt Produktkauf/Autoshop/Abo bevor weitere Unterstützung folgt

Trotz dieser negativen Berichte über Sponsoren im Network-Marketing, kann und darf man nicht alle Networker über einen Kamm scheren. Es gibt viele 100%-Networker, die alles für ihre Teams tun und ihren Beruf nicht nur lieben sondern 24 Stunden am Tag leben. Es muss auch nicht immer ein Gespräch über die persönlichen Ziele und Wünsche stattgefunden haben, oder die absolut angepasst und personalisierte Einzelbehandlung sein, die einen neuen Vertriebspartner zum Erfolg führt. Motivation, Euphorie, voller Einsatz und das richtige Unternehmen sind schon viel wert und können den Grundstein zum Erfolg legen. Andersherum ist nicht immer der Sponsor schuld, wenn die berufliche Laufbahn im Network-Marketing scheitert.

 

Was tun wenn der Sponsor nicht helfen kann?

Wenn ein Gespräch mit dem Sponsor keine Besserung bei der Zusammenarbeit herbeiführt, dann ist man gut beraten sich Kollegen aus der Firma zu suchen. Idealerweise sind diese Networker in der eigenen Upline und haben ein finanzielles Interesse am eigenen Erfolg. Ansonsten sind Partner aus anderen Vertriebslinien des Unternehmens nicht unbedingt abgeneigt, wenn es um kreativen Austausch über funktionierende Vertriebstechniken und Produktwissen geht. Vielleicht sind sogar persönliche Treffen möglich, oder gar gemeinsame Veranstaltungen und Vertriebsarbeit.

 

 

Sponsor-Bots und intelligente Assistenten: Zukunft des MLM?

Wem menschliche Hilfe bei dem Vertriebsaufbau gänzlich versagt bleibt, der kann in Zukunft auf die Unterstützung künstlicher Intelligenz (KI) hoffen. Mit Hilfe von Big Data Auswertungen können Software-Programme heute optimale Marketingtechniken und die kürzesten Vertriebswege ermitteln. MLM-Office-Applikationen überwachen dabei jeden Schritt der Vertriebsmitarbeiter, berechnen Erfolgsquoten unterschiedlicher User-Aktionen und generieren daraus Empfehlungen für die Networker von morgen. So werden zum Beispiel folgende Online-Bereiche im Network-Marketing überwacht, ausgewertet und automatisch optimiert:

  • Versenden und Empfangen von Email-Einladungen bzw. Partnerlinks für Landing Pages
  • Automatische Optimierung von Landing Pages mit Hilfe von A/B-Splitt-Tests und Multi-Variant-Tests
  • Ermittlung optimaler Tage und Uhrzeiten für Webinare und Email-Newsletter
  • Auswertung demografischer Werte und weiterer Attribute für die Ermittlung der optimalen Zielgruppe
  • Automatische Suche und Filterung von Personen entsprechend der Zielgruppe in sozialen Netzwerken
  • Automatisierte FollowUp-Prozesse per Email, SMS inkl. Inbound-Marketing-Techniken
  • Retargeting-Marketing in den Bereichen Content-Marketing und Display-Werbeanzeigen
  • Dynamisches Coaching per App und Email mit Hilfe von Real-Time-Erfolgsberechnungen
  • Automatische Reorganisation der Landing Page Landscape in verschiedenen Sprachen
  • Real-Time-Monitoring der Sales Funnel und automatische Optimierung der Customer Journey
  • Tracking aller Kommunikationskanäle, Auswertung von Conversion Rates, Optin Rates und Sales Rates
  • und vieles mehr…

Anhand der Liste an technischen Raffinessen möchten man meinen, der Networker von morgen muss nur noch das Geld einsammeln und selbst das muss er nicht machen, denn die Provisionen werden automatisch überwiesen. Moderne MLM- und Vertriebsanwendungen bleiben trotzdem nur ein Werkzeug. Sie können Empfehlungen aussprechen und aufzeigen, welche Vertriebstechniken funktionieren und welche nicht. Wo kann man Zeit einsparen, welche Emails konvertieren gut und warum ist die Landing Page XY am erfolgreichsten bei der Zielgruppe ABC.

Es mag einfach klingen, wenn der Sponsor einem sagt „Du musst nur 2 Partner einschreiben und diesen 2 Partnern helfen 2 Partner zu finden.“. Allein die Überzeugungskraft für eine Geschäftsmöglichkeit aufzubringen bzw. ein Geschäftskonzept zu erklären, ist für viele Network-Einsteiger eine unüberwindbare Hürde. Wie praktisch wäre es, eine Software zu haben die einem 4 Personen vorschlägt, die sich ganz sicher für die Geschäftsmöglichkeit interessieren?

Tatsächlich gibt es eine solche Software schon und wird im Moment von einem Network-Marketing-Unternehmen in verschiedenen europäischen Ländern eingesetzt. Wir haben diese Software getestet und dürfen unsere Testergebnisse ab dem 01. März 2018 öffentlich machen.

Fortsetzung mit Testbericht folgt…

 

 

Software Engineer & Marketing Architect

About Steven Rohner

Software Engineer & Marketing Architect

3 thoughts on “Networker werden im Stich gelassen

  1. Milas
    19. Februar 2018 at 21:28

    Gut auf den Punkt gebracht! Ich hab auch schon so meine Erfahrung mit gierigen Sponsoren gemacht! Eingeschrieben und dann nie wieder was gehört …

  2. Josef Berger
    1. März 2018 at 08:50

    Leider machen viele Networker falsche Versprechen um neue Partner zu gewinnen. Man muss ja selbst Geld verdienen, schreibt immer neue Partner in seine Downline ein und hofft, dass irgendwann mal ein fähiger Networker dabei ist. In unserem Team war früher schon klar, dass von 10 neuen Partnern 9 auf der Strecke bleiben und nur 1 von 100 wird die fetten Provisionen verdienen!

  3. 8. März 2018 at 17:09

    Ein guter Artikel – in vielen Networks, die leider auch teils am (nicht mehr so) schlechten Ruf schuld sind, gibt es hohe Einstiegskosten, oft nicht verpflichtend, doch „wenn Du richtig und schnell starten möchtest“, dann kommt es nicht selten an die magische 1000 € Grenze.

    Unser Unternehmen will ethisch und fair arbeiten – bei uns gibt es weder hohe Startgebühren, Startpakete, Abnahme- und Abopflichten und sogar die Qualifikationskriterien sind lächerlich niedrig.

    Klar kommt man dann nicht so schnell ins große Geld wie ein „Paketdrückernetwork“, dass sich schlußendlich selbst verbrennt, oder zumindest verbrannte Erde (unzufriedene Berater) zurückläßt.

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