Lila Kolumne – Kyäni bei Stiftung Warentest

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Leute… ich kann nicht schlafen. Ich hatte meinen ersten Disput mit einem MLM-Gegner oder wie man dazu sagt. Ganz ehrlich… ich finde diese Schaumschläger auch so attraktiv wie Asbest, aber heute hab ich ne Type kennengelernt…

Nachbar sagte ich soll mal Vortrag halten üben. Eigentlich wollte ich ja mal ne Runde Abstand von Nachbar, besonders weil er doch gerade so ekelhaft frisch verliebt ist. Außerdem wollt ich ihn noch Lego-Steine kauen lassen für die saudämliche Idee Kyäni-Tütchen zu verschenken.

Nu gut… heute (inzwischen gestern) Abend war ich denn bei ihm drüben. Er hatte wohl ein paar Kyäni-Interessenten eingeladen und denen sollte ich den Saft jetzt ums Maul schmieren. (Kyäni-Saft)

Bevor ich rüber bin musste ich mich schon 2x umziehen. Erst hat mich mein Schokoladen-Eis angegriffen, dann war ich so aufgeregt das ich klatsch nass gewässert war. Gut dachte ich mir… eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund aufgeregt zu sein. Wahrscheinlich sind die Gäste eh angeheuert. Mit Nachbar geht doch niemand freiwillig nachhause. Schon wenn man den nur auf der Straße trifft weiß man sofort: Kuckucksuhr und Fliesen-Couchtisch!

So en Beamtenschnarchi ausm Amt für Verkehrsschildergenehmigungen oder sowas in der Art. Na auf jeden Fall war ich pünktlich um 18:00 Uhr drüben. Eigentlich war die Präsentation für 18:00 Uhr angesagt und ich sollte um 17:30 Uhr da sein, aber ich brauchte noch 2 Beruhigungsbier.

Als ich mich den Gästen vorgestellt habe dachte ich mir dann auch still ‚Logo… der Rest vom Beamtenstab! Heute is Betriebsausflug.‘. Thomas sollte mein Liebling des Abends werden und eigentlich hätte ich es wissen müssen: Fettiger Seitenscheitel, Hornbrille und Hahnentrittmuster-Pullunder… da kann nicht mal das beschissene Klischee mithalten! Hätte ihm gern die goldene Beamtennadel verliehen, aber Obacht(!) solche Typen krichste nur ganz schwer wieder los wenn die anfangen dich zu mögen. Bevor man sich versieht wird einem der Dackel Waldemar übers aufgeklappte Portemonnaie vorgestellt.

18:40 Uhr war dann auch endlich Startschuss. Das die Salamischnittchen für die Beamten waren sagte mir Nachbar erst als es zu spät war.

‚Kyäni! JAHAAA…‘ (Immer schön nicken und grinsen!)

Ich schwitzte schon wieder… stammelte irgendwas von lecker und gesundem Saft, von den gelben Kyäni-Pillen, die ich selber gar nicht mehr nehme, und NitroFX Ampullen… falls es im Amt mal wieder flott zur Sache geht! Bei der letzten Aussage musste ich hastig einen Lacher auswerfen. Thomas schien es verstanden zu haben und es gefiel ihm absolut nicht. Ich denk mir nur das sein Bruder wahrscheinlich bei DHL arbeitet und fahre mit den Verdienstmöglichkeiten fort. Vorerst. Mein Nachbar hat hier und da mit einem unnötigen Kommentar geholfen. Eigentlich hätte er in so ner Bodenmuschel sitzen müssen… als Vorquatscher, wie früher bei den Bretterbuden im Mittelalter. ‚Kyäni saufen, oder nicht Kyäni saufen… das ist hier die Frage!‘.

Als ich fertig war dem Beamtenstab zu erklären das sie bald alle steinreich sein werden, war die Stimmung allerdings weniger wie in einem Theater… es herrschte mehr so eine Endzeitstille… als hätte ich die aussichtslose Lage zur Nation verkündet! Die haben mich angestarrt wie ein Sack voll durchgeknallter Krähen, die von der falschen Sesam-Schippe gepickt haben. Außer Thomas… der war mit seinen Pupillen zur Zimmerdecke abgedriftet. Fehlte nur noch das ihm Spucke aus dem Mundwinkel rinnt und der Dackel auf dem Schoß. Als ich seiner Blickrichtung folgt, erkannte ich aber dass er einen dunkelbraun-grauen Fleck an der Decke analysiert hat. Jetzt fand ich den Fleck auch interessant. Wahrscheinlich hat sich die Ex von meinem Nachbar hier ihr Hirn rausgeschossen wegen ihm.

Die Vermutung das Nachbars Ex-Bummse vor ihm ins Nirvana geflüchtet ist bestätigt sich, als er plötzlich laut anfängt zu klatschen und meinen CSI-Blick abwenden will und auch die restlichen Knalltüten inklusive Thomas haben jetzt seine Aufmerksamkeit. Die Stimmung wird wieder lockerer und ein bla-bla Durcheinander entsteht. Eigentlich wollte ich mich jetzt aus dem Staub machen und noch zwei Kronkorken verbiegen vorm Kojengang. Denkste alter Schniedelmann! Plötzlich sabbelt mich einer von den Patienten von der Seite an und wollte wissen ob es Studien und Testberichte über den Kyäni-Saft gibt… und ich denke mir: Wieder einer dieser Typen, die zurecht verhungern, weil sie nicht wissen von welcher Seite sie die Stulle nun zuerst anbeißen!

Na gut… lass ich mich eben auf dieses Klugscheißerspiel ein! Ich frage ihn ob er sich heute schon die Zähne geputzt hat und ob er Leberwurst mag. Erstmal verwirren… und ich hatte Erfolg, meine Antwort hat ihn offensichtlich verstört. Das ist zwar schon Genugtuung genug, aber ich bin ja n Netter und weise ihn darauf hin, dass wir hier nicht bei Stiftung Warentest sind und es dutzende Soßen des täglichen Gebrauchs gibt, über die er keine Studien liest und trotzdem säuft. Noch bevor ich das fertig ausgesprochen habe bekomme ich es mit der Angst zu tun… wenn die Brausebacke mir jetzt erzählt das er Leberwurst-Studien zuhause hat, hol meine Schrotpuste im Keller und klatsch hier knallend einen zweiten Fleck an die Decke! Tatsächlich hat er aber gar nichts gesagt, die Lippen breitgezogen zusammengepresst und genickt. Anschließend hat er sich umgedreht und sich wieder den anderen zugewannt. Hat mich überrascht und ein wenig stolz gemacht… wie ich das alles im Griff hab hier.

Bevor sich die anderen Vögel mit Fragen zu Kyäni auf mich stürzen, hab ich beschlossen das Weite zu suchen. So eine Präsentation ist schon anstrengend und außerdem hab ich inzwischen Durst wie ne Horde Büffel auf dem Mond… ich konnte schon hören wie mein Gaumen knarzt. Schätze mein Nachbar hat das auch gehört, aber statt mir ne kühle Patrone in die Hand zu drücken steht er plötzlich mit dem Leberwursttypen bei mir. Wir hätten jetzt Skat spielen können, aber stattdessen stellt er mir den Typen als einen erfolgreichen MLM-Coach vor. Ich dachte immer das haben nur die Football-Teams aus den beschissenen Teenagerfilmen der Amis. Auf jeden Fall fängt die MLM-Leberwurst an zu sabbeln und hört gar nicht mehr auf… erzählt mir das er mich genau beobachtet hat und er mir gerne ein paar Tipps geben möchte. Außerdem würde er mir gerne ein Buch schenken das er selbst geschrieben hat. Leider hat er es aber nicht dabei, aber ich kann es mir auf seiner Webseite kostenlos runterladen. So ein Spacko! Gerne hätte ich gelacht, aber meine Schnauze war inzwischen so rappentrocken das ich mir nur den Kiefer zerbröselt hätte. Die Visitenkarte hab ich schließlich genommen, nach ca. 30 Sekunden war mir klar das er mir das Kärtchen so lange hinhält bis ich sie nehme.

Letzte Rettung um zu verduften war tatsächlich dann die Klo-Masche. Die werden sich vielleicht gewundert haben warum ich durch die Wohnungstür gehe zum Pissen, aber dass soll mich nicht weiter stören. Am Wochenende werd ich mal checken was dieser MLM-Coach so schreibt… oder doch vielleicht erst nächste Woche. Immerhin is Fußball angesagt!

Bis die Tage!

Euer Walter

3 thoughts on “Lila Kolumne – Kyäni bei Stiftung Warentest

  1. 2. April 2017 at 21:25

    Spannendere Blog! Hoffe da kommt noch mehr von dir. 🙂
    Wurde eben auch auf Kyäni angesprochen und googelte nach dem Marketingplan, finde jedoch nicht heraus wie viel so ein „QV“ Wert in € ist. Kannst du mir das sagen?

    1. 3. April 2017 at 09:53

      Hallo Nicolas,

      wir haben im PDT die Aktivitäten bzgl. Kyäni komplett eingestellt, aber vielleicht liest hier einer der noch aktiven Kyäni-Partner deine Frage und antwortet…. und ich schätze Walter wird dir die Frage sowieso nicht beantworten können. Wie ich erfahren konnte ist Walter selbst nicht mehr bei Kyäni aktiv, aber all das erfährst du in den kommenden Beiträgen in der Kolumne von Walter. 😉

      Falls du ernsthaft überlegst Kyäni-Partner zu werden, solltest du dir den Partnervertrag sehr genau durchlesen. Kyäni akzeptiert z.B. keine anderen Partnerschaften zu branchenähnlichen Network-Marketing-Firmen bzw. du musst höllisch aufpassen wo du was bewirbst und welche Kontakte du ansprichst. Es gibt auch einen Artikel dazu: Kyäni kündigt Vertriebspartner

      Viele Grüße,
      Steven

      1. 3. April 2017 at 10:40

        Hi Steven

        Danke für Deine Antwort. Ich war nur neugierig, ich bin mit meiner Network-Marketing-Firma sehr zufrieden. 🙂

        Lg
        Nicolas

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