Die Abzocke mit den RevShare-Programmen

revshare-abzocke

Im November 2016 ist mit Traffic Network Ads wiedermal eines dieser Traffic-Netzwerke mit Cashback-Modell bzw. RevShare (Revenue Sharing, Gewinnbeteiligung) gestartet. Anfang des Jahres zog ein weiteres Werbeportal aus der Schweiz namens United Global Community hinterher. Entsprechende Facebook-Gruppen für Affiliates und Networker sind voll mit Partnerlinks frisch gebackener Traffic-Gurus und vermeintlicher Online-Marketing-Profis. Nach GetMyAds, My Advertising Pays (MAP), StarAd24 und weiteren 100 gefühlten Traffic- und AdPack-Networks, starten wir nun den ersten aktiven Selbstversuch. Vier wesentliche Fragen sollen bei dem Test geklärt werden:

 

Sind RevShare-Programme seriös?

Grundsätzlich ist gegen diese einfachen low-budget Werbe-Portale nichts einzuwenden. In den meisten Fällen wird allerdings mehr versprochen als geliefert wird und es wird vergessen deutlich die Zielgruppe zu benennen. Nicht nur provisionsgetriebene Networker und Affiliates loben ihr favorisiertes RevShare-Programm in Übermaßen, auch die Betreiber selbst glänzen nicht selten mit überschwänglichen Produktbeschreibungen und prognostizieren unrealistische Erfolge für Werbetreibenden und/oder Affiliates. Leider wird bei den meisten RevShare-Programmen der Partner/Affiliate zum Kunden gemacht und nicht viel später der überzeugte Kunde zum Partner, wie es z.B. bei Kunde-wirbt-Kunde-Programmen funktioniert. Daraus resultiert eine natürliche Unkenntnis was das Produkt angeht.

Üblicherweise wird bei den RevShare-Partnern für Online-Werbung von den Betreibern ein künstlicher Bedarf erzeugt um das Produkt an seine eigenen Online-Vertriebspartner abzusetzen. Die Masse der Kunden wird demnach nicht auf den RevShare-Anbieter aufmerksam, weil ein Bedarf an Online-Werbung besteht, sondern weil es sich um Affiliates und Networker handelt, die nach einer Online-Geschäftsmöglichkeit Ausschau halten.

 

Kann man mit RevShare-Programmen Geld verdienen?

Durch das ständige Anwerben neuer Partner und an der Beteiligung derer Werbeausgaben kann man definitiv Geld verdienen. Die Frage ist allerdings ob das Produkt dem Käufer auch einen Mehrwert bietet und der gekaufte Traffic in irgendeiner Form konvertiert. In der Vergangenheit gab es viele RevShare-Affiliates mit horrenden Einkünften, von Kundenakquise konnte aber nur in den wenigsten Fällen gesprochen werden. Tatsächlich handelte es sich um große Vertriebsstrukturen mit vielen Traffic-Paketen, die eigentlich nur dazu dienten die Provisionen zu rechtfertigen. Als würde man jede Woche 1 Banane für 1.000 Euro kaufen und ständig neue Bananen-Vertriebspartner anwerben um an deren Banane bzw. 1.000 Euro mitzuverdienen. Dabei tun alle so als handle es sich um einen bunten Obstkorb der ordentlich satt macht. Mal abgesehen davon, dass man vielleicht gar keine Bananen mag bzw. braucht.

Natürlich kann man mit so einem System viel Geld verdienen, aber mit Network-Marketing, Affiliate-Marketing oder gar ethischem Online-Marketing hat das nichts zu tun. Trotzdem funktionieren die meisten RevShare-Programme sehr gut, und das, obwohl die „Bananen“ nicht einmal schmecken oder gegessen werden.

 

Was leisten die Produkte wie AdPacks und Traffic-Pakete?

Wie oben schon beschrieben ist der Nutzen nicht sehr groß bzw. steht oft im Hintergrund. Bisher gab es keinen RevShare-Anbieter im Traffic- und AdPack-Bereich, der hoch qualitative Online-Marketingmaßnahmen angeboten hat. Bei Displaywerbung für verschiedene Banner-, Text- und Video-Ads wird oft mit großen angeschlossenen Netzwerken geworben, wo die Online-Werbung geschaltet wird. Manchmal wird sogar von Kooperationen mit Google, Facebook und Twitter gesprochen.

 

Wie erwirtschaften RevShare-Programme Gewinn und Provision?

Grundsätzlich ist das Geschäftsmodell ganz einfach: Der Anbieter verkauft Marketingdienstleistungen an Kunden. Das kann in unterschiedlicher Weise abgerechnet werden, wie man es von klassischen Online-Marketingkampagnen kennt z.B.

  • PPC (pay per click)
  • PPV (pay per view)
  • PPL (pay per lead)
  • PPS (pay per sale)

Weil die meisten Traffic-RevShare-Programme über kein eigenes Ad Network oder Nutzerreichweite verfügen, werden solche Dienstleistungen zumindest am Anfang extern eingekauft. Etablierte und seriöse Anbieter von Displaywerbung, Traffic und Leads gibt es zuhauf im Internet. Auf die eingekaufte Leistung des Drittanbieters wird eine Marge für den eigenen Gewinn aufgeschlagen und fertig ist das Produkt. Je höher die Gewinnmarge ausfällt, desto mehr Provisionen kann der Produktanbieter an die RevShare-Community ausschütten.

Bei PPC- und PPV-Kampagnen werden die externen Zukäufe mit dem Wachsen der RevShare-Community sukzessive bis auf null zurückgefahren. Die Nutzer des RevShare-Programms werden in diesem Fall dazu motiviert die Anzeigen aller anderen Nutzer anzusehen (PPV) oder Links anzuklicken (PPC). Somit ersetzt die RevShare-Community Nutzer aus externen Traffic-Quellen und es bildet eine geschlossene Gemeinschaft die sich gegenseitig Werbepakete verkauft und die Werbeanzeigen der jeweils anderen konsumiert. Die Gewinnspanne für den Anbieter ist zu diesem Zeitpunkt auf 100% angestiegen, da keine Unkosten mehr für Drittanbieter entstehen.

Gerne wird auch ein Browser-Fenster dargestellt, welches nach und nach die Webseiten der anderen Nutzer aufruft. Das gab es schon vor 15 Jahren und hieß Besuchertauschsystem wie es z.B. von eBesucher.de bis heute angeboten wird. Dort haben sich die Mitglieder Webseiten von anderen Nutzern angeschaut und konnten dami Credits sammeln, die wiederum für die Anzeige der eigenen Webseite diente. Das dieses alte Traffic-Tauschkonzept, meist genutzt von Webseiten-Hobbyisten, heute in Verbindung mit Network-Marketing wieder Anklang findet, kann einen schon zum Schmunzeln bringen.

 

Los geht’s! – Der RevShare Test

In den nächsten Tagen folgen Updates zu den Testläufen mit Traffic Network Ads und United Global Community. Wer sich an dem Test beteiligen möchte, kann sich über die folgenden PDT-Partnerlinks bei den RevShare-Programmen anmelden. Bitte anschließend hier einen Kommentar hinterlassen, damit wir beim Aufbau eurer Accounts unterstützen können. Somit sammeln wir auch Testergebnisse bzgl. der Tiefe im Provisionsmodell.

RevShare-Links:

Fortsetzung folgt…

 

About Steven Rohner

Software Engineer & Marketing Architect

2 thoughts on “Die Abzocke mit den RevShare-Programmen

  1. Peter
    30. März 2017 at 15:24

    Find ich gut so einen Gruppentest. Hab mich gerade bei TNA angemeldet und bin gespannt was passiert. Hast du gleich ein Werbepaket gekauft?

    1. 30. März 2017 at 16:20

      Wir haben und werden… sonst macht der ganze RevShare-Test ja keinen Sinn. 😉

      Viele Grüße,
      Steven

Kommentar verfassen